Sleeping Beauty, Galerie Realace, Berlin 2009, 2009

Im Realace, dem Ausstellungsraum für speziell baubezogene Kunst, widmet man sich nun gezielt den verborgenen Potenzialen künstlerischer Entwürfe und Zwischenzustände. Zum Auftakt wurden acht Künstler eingeladen, ihre Archive zu durchforsten: Eberhard Bosslet, Albrecht Schäfer, die Künstlergruppe Inges Idee, Thomas Rentmeister, Georg Zey und Barbara Steppe. Auch Fritz Balthaus ist als Primus inter pares vertreten – er hat nicht nur selbst einen Beitrag zur Schau beigesteuert, sondern erstmals auch die kuratorische Leitung übernommen und alle Werke im markanten Licht der Kreuzberger Fabriketage inszeniert.

Der besondere Reiz der Ausstellung liegt darin, dass jede Arbeit sich irgendwo zwischen Idee und Umsetzung verortet – teils unfertig, teils fast vollendet, aber immer mit einem offenen Ende. Die Schau veranschaulicht eindrucksvoll, welche Erscheinungsformen eine „schlafende Schönheit“ im Laufe ihres Entstehungsprozesses annehmen kann: von Albrecht Schäfers Konzeptpapier über eine virtuelle Simulation von Inges Idee, von Steppe’s Modellen aus Kappa-Platten und ihrer übersetzten Statistik in Holz, Tempera und Schnur bis hin zu Eberhard Bosslets tonnenschwerem Raumteiler aus vertikal verschraubten Baustützen.