![]() Ende 1999 wurden an verschiedenen Tagen insgesamt 2000 Passanten beim Überqueren der Rathausbrücke beobachtet. Es wurde festgehalten, was die Menschen tun, während sie die Brücke überqueren, und dabei 58 unterschiedliche Handlungen isoliert und statistisch erfasst. Diese Handlungen der Passanten und deren Anteil am Gesamtgeschehen auf der Brücke sind anhand des Geländers begrifflich und räumlich dargestellt. Die einzelnen Aktivitäten mit den festgestellten Prozentanteilen sind in den Handlauf eingraviert. Unter jeder Gravur ist ein flacher farbiger Aluminiumkasten montiert, der durch seine Breite die Häufigkeit der entsprechenden Tätigkeit visualisiert. Die Farbpalette der Aluminiumkästen liegt zwischen Dunkelrot und Neapelgelb. Ausschlag gebend für die Gestaltung des Brückengeländers ist die eigentliche Funktion der Brücke: Ufer zu verbinden und eine Plattform für die Passanten zu bieten. Nicht die angrenzende Bebauung und ihre historische Bedeutung wird in den Mittelpunkt gerückt, sondern die Menschen, die die Brücke benutzen. An diesem geschichtsträchtigen Ort wird so dem gegenwärtigen, alltäglichen Geschehen Bedeutung eingeräumt. |
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Gestaltung des Brückengeländers für den Neubau der Rathausbrücke in Berlin-Mitte |